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Was ist ein Punk?

punk-szene

Autor: Andreas Kuttner

jugendszenen.com
Das Portal für Szenenforschung

punk

Die Bezeichnung Punk stammt ursprünglich aus dem Angloamerikanischen und hatte immer eine abschätzige Bedeutung: wer als Punk tituliert wurde, galt als das Allerletzte . Mit diesem Attribut wurden u.a. Prostituierte, Nichtsesshafte und Kleinkriminelle bedacht. 1975 nannten die beiden Trickfilm-Studenten Legs MC Neil und John Holmstrom aus Chesire/Connecticut ihr Fanzine Punk und gaben damit der Bewegung einen Namen, die erst ein Jahr später mit den Sex Pistols eine größere Beachtung in der Musikpresse fand.

Punk gilt seither als Inbegriff einer rebellischen und provokanten Jugendkultur. Wenn im Folgenden von Punks die Rede sein wird, ist Vorsicht angebracht, denn es handelt sich gewiss um keine einheitliche Bewegung. Da Punks sich mittlerweile auf vielfältige Anteile aus knapp 30 Jahren Punk-Geschichte berufen, findet sich heutzutage ein breites Spektrum unterschiedlicher Subgruppierungen, Stilformen und Spielarten. Nicht zuletzt liegen im Punk die Wurzeln weiterer Jugendszenen: ebenso wie die Gothic-Szene ist auch die Hardcore-Szene sozusagen als Ableger aus der Punk-Szene hervorgegangen.

Durch die Szene verläuft insbesondere ein Graben zwischen DIY-aktiven Punks und jenen Punks, die ihr Leben vorwiegend auf der Straße verbringen. Beide Seiten bringen der Lebensführung der anderen häufig wenig Verständnis entgegen. Dennoch sind beide Fraktionen begründet durch die Vielfältigkeit älterer und jüngerer Szeneausprägungen unter Punks zu subsumieren. Denn: Punk ist, wer sich selbst in Anlehnung an und Gesellung zu (mindestens) eine(r) Szeneausdifferenzierung als Punk versteht und für den sein Verständnis von Punk das prägende Lebensgefühl darstellt.


history

Die Vorläufer von Punk sind in den USA und dort vor allem in der New Yorker Szenelandschaft zu suchen: Von dort stammten die Ramones, deren schneller und einfacher Sound die Musik-Welt aufhorchen ließ.MassenmedialeAufmerksamkeit erlangte Punk jedoch erst mit den Londoner Sex Pistols ab 1976, deren skandalöse Konzerte, bei denen sie das Publikum beschimpften, schockierende Symbolik sowie spektakuläre Auftritte zum Queen-Jubiläum 1977 (u.a. skandierten sie ihren Song God save the Queen the fascist regime gut hörbar zur offiziellen Parade) Punk weltweit bekannt machten. Inspiriert durch die Sex Pistols gründeten sich rasch weitere Punk-Bands wie u.a. Clash und Damned.

Erste Bands in der BRD gab es bereits 1977(Male, Mittagspause), eine gefestigte Szene entstand jedoch erst 1978/1979. Die frühen Bands orientierten sich stark an den englischen Gruppen und sangen auch meist in Englisch. Erst mit dem neuen Jahrzehnt etablierte sich eine wirklich eigenständige Szene mit Bands, die in der Landessprache sangen. Als prägend sind dabei insbesondere Slime, Hass, Canal Terror und Toxoplasma zu nennen.Punks in der DDR hatten mit weitaus härteren Widerständen zu kämpfen als ihre westdeutschen Gleichgesinnten. Bands (u.a. Schleim-Keim, Kaltfront) und ihre Anhänger wurden von der Staatssicherheit verfolgt und häufig nur aufgrund ihres Äußeren zu Haftstrafen verurteilt. Auftritte konnten dort lediglich in kirchlichen Räumlichkeiten stattfinden.

In den 80er Jahren folgten verschiedene musikalische und damit verbunden auch inhaltliche Ausdifferenzierungen, so u.a. Streetpunk (Exploited) und Hardcore (Minor Threat), seit Beginn der 90er Jahre Grunge (Nirvana), Melody-Core (Bad Religion, No FX), eine neue Pop-Punk-Welle (Green Day, Offspring) sowie Punk n Roll (u.a. Turbonegro).In Deutschland löste der Mauerfall eine gesteigerte Nachfrage nach den Veröffentlichungen deutschsprachiger Punk-Bands aus insbesondere von Seiten der nun nicht länger durch staatssicherheitliche Restriktionen am Kauf von West-Produkten gehinderten ostdeutschen Punks. Aber auch insgesamt erfuhr das Genre Deutschpunk einen Aufwind durch zahlreiche Bandneugründungen, nachdem die Szene in den Jahren zuvor sehr vom US-Hardcore geprägt gewesen war. Bedingt durch die weltweite Vernetzung ist die musikstilistische Entwicklung in Deutschland dennoch nie losgelöst von internationalen Tendenzen vonstatten gegangen. Dies dokumentiert sich beispielsweise darin, dass auch die jüngsten Einflüsse durch Bands der sogenannten Hamburger Schule ihr britisches Äquivalent im Gitarrenpop-Revival der späten 90er haben.


facts & trends

Die Größe der Punk-Szene liegt schätzungsweise im unteren fünf-stelligen Bereich. Obwohl laufend neue Platten, CDs und Fanzines erscheinen, Punk-Bands im Musikfernsehen ihren festen Platz erhalten haben und die dort gespielten Bands für viele Jugendliche der Einstieg in die Untergrund-Punk-Szene sind, ist in den letzten Jahren eine Stagnation der Szenegröße auf hohem Niveau zu beobachten.

Das Alter der Punks liegt etwa zwischen 14 bis mittlerweile über 40 Jahren, wobei ältere Punks häufig als Betreiber von Plattenlabeln und -läden, Mailordern sowie Kneipen für die Szene aktiv sind. Viele Szenezugehörige entstammen bürgerlichen Elternhäusern der Bildungsgrad ist sehr unterschiedlich einzustufen.

Im Punk-Konzert-Publikum dominiert der männliche Anteil deutlich. Besonders sichtbar ist diese Tendenz auch im Bereich der aktiv tätigen Szenezugehörigen: für Bands und Fanzines sind sicherlich zu drei Vierteln Männer verantwortlich und dies obwohl dem Anspruch der Gleichberechtigung der Geschlechter szeneintern ein hoher Wert beigemessen wird.


fokus


Punkrockist eine eigenständige Musikrichtung, gleichberechtigt aber auch ein eigenes Lebensgefühl. Dieses Lebensgefühl nimmt für die ganze Lebensführung der Punks eine zentrale Rolle ein. Punk-Rock als Musik ist ein einfacher, rauer, ungeschliffener, schneller und geradliniger Sound.

Punk als Lebensgefühl stellt sich als Gegenkultur zum Mainstream dar und beinhaltet in den szenetypischen Lebensentwürfen eine bewusste Abgrenzung von der Gesellschaft (vgl. Kapitel Einstellung ).


einstellung

Punk gilt als Ausdruck von Protest und Frustration, der destruktiv gegen die Gesellschaft gerichtet ist. Abgelehnt werden vor allem Kommerz, kapitalistische Ausbeutung, (aus Punk-Sicht ungerechtfertigte) Privilegien sowie Rassismus und Umweltzerstörung. Als eine weitere Antriebsfeder ist ein Freiheitsstreben gegen die als beengend empfundenen bürgerlichen Normen anzusehen, welches wiederum in einem Streben nach dem Leben für den Augenblick und in der Vernachlässigung von Zukunftsplänen seinen Ausdruck findet.

Die faktische Wirkung dieser destruktiven Einstellung ist jedoch durch D.I.Y. ( Do it Yourself , den Anspruch, dass jeder etwas selbst machen kann, und sei es mit den bescheidensten Mitteln) durchaus produktiv und kreativ. In diesem Sinne gestalten und erschaffen oft sogar Szene-Neulinge Bands, Platten, Konzerte, Fanzines, Partys, Frei-Räume, ... denn im D.I.Y. kommt es auf die Begeisterung für die Sache und nicht auf Perfektion an.

Diese Kreativität geht zwar Hand in Hand mit einem pessimistischen Weltbild, aber Punks ergeben sich nicht depressiv dem Lauf der Welt. Diese Haltung findet ihre Entsprechung im Szenemotto Trying not Crying , welches einem Aufruf gleichkommt, das Jammern zu beenden und zu versuchen, die Verhältnisse gemäß der eigenen Bedürfnisse besser zu gestalten. Bei all diesem Bemühen um Veränderungen soll jedoch der Spaß nicht zu kurz kommen. Somit beinhalten Punk-Aktionen auch meist eine gewisse Selbstironie gegenüber dem eigenen Dilletantismus geboren aus der Einsicht in die Beschränktheit der eigenen Mittel sowie der Zweitrangigkeit der Aktion an sich gegenüber dem Spaß.


lifestyle

Typisch für viele Punks ist das Aufsuchen von öffentlichen Räumen, vor allem Fußgängerzonen, um sich dort der Gesellschaft zu präsentieren. Bestandteil dieser Treffen sind meist (Punk-)Musik aus Kassettenrecordern sowie Alkoholkonsum und (häufig auch) das Anschnorren von Passanten.

Verstehen sich Punks gegenüber der Gesellschaft und dem jugendkulturellen Mainstream eher als Einzelgänger, ist ihnen jedoch die Gemeinschaft von Gleichgesinnten und der Zusammenhalt innerhalb der Szene, zumindest ihrer jeweiligen Subszene wichtig.

symbole & accessoires

Als besonders markant werden bei Punks auffällige Frisuren (bunt gefärbte Haare, Irokesen-Schnitt) sowie die oft bewusst schäbige Kleidung wahrgenommen. Allerdings wurde dieser Look in den letzten Jahren durch die Mode-Industrie aufgegriffen, womit ein solches Erscheinungsbild zumindest in Großstädten nicht mehr die gewünschte Schock-Wirkung erzielt.

Weiterhin charakteristisch für Punk sind bunt verzierte Leder- und Jeans-Jacken oder Parkas. Sehr häufig verwendet wird dabei das Anarchie-Symbol. Weiterhin typisch sind Parolen (z.B. Schieß doch Bulle ), Schriftzüge von Bands sowie Buttons. Ansonsten verwenden Punks oft spöttisch Alltagsgegenstände als Mode-Accessoires - so etwa Hundehalsbänder, Sicherheitsnadeln, Vorhängeschlösser und Ketten - hinzu gesellen sich z.T. provozierende Elemente wie Patronengurte und Galgenstricke.

In den Anfangstagen des Punk wurden vielfach auch Nazi-Symbole zur Schau getragen, die jedoch zumindest in Deutschland längst verpönt und daher nicht mehr zu sehen sind. Einige Punks führen, selbst zu Konzerten, Hunde mit. Bei Punks beliebte Tiere sind immer auch Ratten gewesen, in denen Punks eine symbolische Entsprechung ihrer selbst als intelligente, aber von der Gesellschaft wegen ihres Aussehens verachtete Lebewesen sehen.


rituale

Bei Punk-Konzerten wird Pogo getanzt, ein unkontrolliertes Springen im Takt der Musik, das keine Standard-Form kennt. Pogo ist einerseits das Zelebrieren von Begeisterung, andererseits jedoch auch das Ausleben von Wut und Aggression.

Besonders rücksichtslose Rempeleien können bei Konzertbesuchern z.T. zu Blessuren führen. Auch Stagediving, das Springen von der Bühne in die Menge, gibt es bei Punk-Konzerten hin und wieder zu sehen.Typisch für unabhängige Punk-Konzerte ist die Nähe von Band und Publikum, also die Auflösung der in anderen Musik-Szenen üblichen Hierarchie, denn eine Star-Verehrung wird abgelehnt.

events

Als Treffpunkte fungieren vor allem Punkrock-Konzerte in unabhängigen Jugendhäusern, besetzten Häusern sowie kleinen Clubs und Kneipen. Eine große Bedeutung haben auch große, oft mehrtägige Festivals erlangt, bei denen teils Open-Air (z.B. beim Force Attack -Festival nahe Rostock), teils in größeren Hallen (u.a. beim Holidays in the sun in Blackpool/England sowie beim Punk & Disorderly in Berlin) bis zu 40 Bands an einem Wochenende auftreten.

Charakteristisch sind auch Punk-Treffen in Fußgängerzonen, die in kleinerem Umfang weiterhin stattfinden, oft unter der Bezeichnung Punx Picnic .

Die berüchtigt gewordenen Chaostage von Hannover, bei denen bis zu 2000 Punks eine Stadt bevölkerten, fanden 1982-84, 1994-1996 sowie 2000 statt. Durch starke Präsenz und massenhafte Verhaftungen ist es der Polizei allerdings gelungen, dieses Ereignis einzudämmen, so dass es in der Szene im Moment keine Bedeutung hat.


treffpunkte

Siehe Events . Hinzu kommen Szenekneipen, Plattenläden sowie lokale Treffpunkte in Fußgängerzonen als mögliche Anlaufstellen .












medien

Mit Fanzines, Flyern und Beilagen zu Tonträgern verfügen Punks über eigene, unabhängige und unkontrollierbare Kommunikationswege. Der dabei verwendete, für Punk einst typische Erpressungs-Brief-Look (Collagen aus ausgeschnittenen Zeitungsbuchstaben) hat als stilistisches Mittel mittlerweile auch Einzug in die Werbewirtschaft gefunden.

Inzwischen hat die Internetnutzung zunehmend Bedeutung in der Punkszene erlangt vor allem zur Übermittlung von Konzert-Ankündigungen und zur schnellen Verbreitung von Neuigkeiten . Weiterhin finden sich auf Web-Seiten inzwischen auch Informationen zu Bands (Bandgeschichten, Song-Texte) und MP3-Archive zum Herunterladen von Songs.


strukturen

Die im Verlauf der Punk-Geschichte erfolgten musikalischen Weiterentwicklungen (wie Hardcore) und Ausdifferenzierungen wie (Fun-Punk, Streetpunk, Melody-Core, Crust-Punk, Riot Grrrls) brachten auch inhaltliche Unterschiede und daraus folgend Szeneabspaltungen und neue Subszenen mit sich.

Differenzen sind vor allem im politischen Engagement und im Drogenkonsum auszumachen. Ab der Mitte der 80er Jahre grenzte sich Hardcore als eigenständige Szene von Punk ab. Wie auch Hardcoreler können Crust-Punks und Riot Grrrls als politisch/gesellschaftlich aktiv agierende Szenegruppierungen angesehen werden, während Fun-Punk, Streetpunk und Melody-Core oft eher weniger politisch interessierte Szenegänger ansprechen.

Die genannten Ausdifferenzierungen sind allerdings (nichtsdestoweniger) als Subszenen anzusehen, d.h. ihre Anhänger begreifen sich weiterhin als Punks und werden von der übrigen Szene auch als solche wahrgenommen. Dennoch finden szeneinterne Spannungen immer wieder Ausdruck in Diskussionen, unter anderem darüber, ob Punk als konkret politisch oder unpolitisch zu verstehen sei.

Eine solche Diskussion entzündete sich auch an der aus der Punk-Bewegung hervorgegangenen Partei APPD ( Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands ): Diskussionsbedürftig schien hier der Aspekt, inwiefern eine solche provokante Spaßpartei möglicherweise nötige (tatsächliche) politische Veränderungen blockiert oder gar verhindert.


relations

Zwar haben Punks über gemeinsame Konzerte einen relativ beständigen Kontakt zur Hardcore-Szene, allerdings besteht zwischen diesen Szenen eine gewisse auf Gegenseitigkeit beruhende Reserviertheit.Über gemeinsame Demonstrationen und Hausbesetzungen besteht Kontakt zum linken politischen Spektrum. Einige Punks sind in links-autonomen politischen Gruppen aktiv und damit fester Teil dieser Szene. Den bei solchen Demonstrationen zum Teil ebenfalls anzutreffenden Alternativ-Jugendlichen (von Punks "Hippies" genannt) mit ihren Idealen Liebe und Frieden attestieren Punks eine Realitätsferne , was mit der punktypischen pessimistischen Weltsicht zusammenhängen mag.

Punks begegnen Gothics und Metal-Fans nur in Ausnahmefällen, beispielweise bei Konzerten für die jeweiligen Szenen gleichermaßen interessanter Bands.

Zu Skinheads besteht ein ambivalentes Verhältnis: BeiOi!-Punk-, Ska- und Mod-Konzerten kommt es zu meist eher reibungsarmen Kontakten zu Oi!- und S.H.A.R.P.-Skins. In den frühen Punk-Jahren wurden Punks oft von Teds, Rockern sowie rechten Skins gewalttätig angegangen. Mittlerweile besteht einzig zu rechtsextremen Skins weiterhin eine Feindschaft.
31.3.06 15:02





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